Bestimmt durch den globalen Klimawandel werden die Wälder in Zukunft nicht unter den gegenwärtigen Umweltbedingungen und deren Amplituden aufwachsen. Vielmehr werden die prognostizierten Klimaänderungen, wie der Anstieg der Temperatur, die Veränderung der Niederschlagsverteilung und die Häufung von Witterungsextremen (z.B. Dürre, Starkregen und Stürme) die Produktionsbedingungen der Forstwirtschaft in Deutschland tiefgreifend verändern. Für die langlebigen, ortsgebundenen Waldökosysteme sind besonders das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Wandels sowie die vielfältigen Wechselwirkungen, evolutionär neu und überfordern vielerorts die natürlichen Anpassungsmechanismen.

Waldlandschaft Anpassungsschwierigkeiten werden auch die Forstbetriebe haben, deren Wirtschaftsweise mit hoher Kapitalbindung auf die Langfristigkeit der forstlichen Produktion abgestellt ist und die im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Betrieben nicht jährlich umsteuern können. Das Prinzip der Nachhaltigkeit verlangt von ihnen ein hohes Maß an Verantwortung bei allen waldbaulichen und betrieblichen Entscheidungen und zwingt zur Risikobegrenzung. Es werden dringend Informationen benötigt, denn Entscheidungen, die heute getroffen werden, müssen die Umweltbedingungen der nächsten 80 bis 100 Jahre berücksichtigen.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung eines Entscheidungsunterstützungssystems, welches dem Waldbesitzer Auskunft über mögliche Anpassungen seiner Bewirtschaftungsmaßnahmen gibt. Das System ist standorts- und bestandesspezifisch aufgebaut und berücksichtigt mögliche Risiken der Waldbewirtschaftung unter veränderten Klimabedingungen. Das Entscheidungsunterstützungssystem verknüpft räumlich explizite Modelle mit Informationen aus einer Geodatenbank. Dies erlaubt dem Benutzer, deutschlandweit Abfragen für seinen Forstort vorzunehmen und sich einen Bericht über die Risiken der Hauptbaumarten ausgeben zu lassen. Das System wird als Internet-Anwendung realisiert und allen Interessierten zugänglich sein.

 

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