Hintergrund
Vor dem Hintergrund sich abzeichnender globaler Umweltveränderungen werden die Wälder in Zukunft nicht unter den gegenwärtigen Umweltbedingungen und ihren Amplituden aufwachsen. Vielmehr werden die prognostizierten Klimaveränderungen wie der Anstieg der Temperatur, die Veränderung der Niederschlagsverteilung, die Häufung von Witterungsextremen wie Dürren, Starkregen und Stürmen aber auch die Änderung des chemischen Klimas, nämlich der CO2-Anstieg, die N-Eutrophierung und die O3-Belastung, die ökologischen und ökonomischen Produktionsbedingungen der Forstwirtschaft in Deutschland tiefgreifend verändern. Für die langlebigen ortsgebundenen Waldökosysteme sind es das Ausmaß und die Geschwindigkeit des Wandels sowie die vielfältigen Wechselwirkungen zwischen physikalischen und chemischen Einflüssen, die evolutionär neu sind und die vielerorts die natürlichen Anpassungsmechanismen überfordern. Anpassungsschwierigkeiten werden auch die Forstbetriebe haben, deren Wirtschaftsweise mit hoher Kapitalbindung auf die Langfristigkeit der forstlichen Produktion abgestellt ist und die nicht wie landwirtschaftliche Betriebe jährlich umsteuern können. Das Prinzip der Nachhaltigkeit verlangt von ihnen ein hohes Maß an Verantwortung bei allen waldbaulichen und betrieblichen Entscheidungen und zwingt zur Risikobegrenzung.
Die sich wandelnden Klimabedingungen sind eine neue Herausforderung für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung, der sich die Forstbetriebe mit Unterstützung der Forstwissenschaften stellen müssen.