Wasserhaushaltsmodell


  1. Überblick
    1. Name
    2. Modellentwickler
    3. Zielsetzung/Zweck
    4. Modelltyp
    5. Zustandsvariablen
    6. Skalenebenen
    7. Prozessüberblick und Ablaufplan
    8. Stochastizität
  2. Details
    1. Input
    2. Submodelle
  3. Literatur


Überblick

Name des Modells:

Brook90 V. 4.4e

Modellentwickler:

Federer 1995; Federer et al. 2003

Zielsetzung/Zweck:

Dynamische Modellierung von Kenngrößen des Wasserhaushaltes bei veränderten Rahmenbedingungen wie Klimawandel, Baumartenwechsel und Standortsdynamik mit einem prozessorientierten forsthydrologischen Simulationsmodells. Das Modell erlaubt eine baumarten- und standortspezifischer Parameterisierung. Der Modelloutput liefert:

  1. Bodenfeuchteindex für die Modellierung der biotischen Schaderreger (vgl. Seidel et al. 2007)
  2. relativer Bodenwassergehalt für die Modellierung des Sturmwurfrisikos (vgl. Panferov et al. 2009)
  3. Tage mit überschrittenen kritischen Grenzen der Bodenwasserverfügbarkeit (CL-SWA; vgl. Czajkowski et al. 2009)
Modelltyp:

Prozessorientiertes forsthydrologisches Simulationsmodell. Der Wasserfluss im Boden basiert auf der numerischen Lösung der Richards-Gleichung.

Zustandsvariablen:
Name Einheit Beschreibung
SMI [-] Bodenfeuchteindex
CL-SWA Tage Tage mit überschrittenen kritischen Grenzen der Bodenwasserverfügbarkeit
rFK - Relativer Bodenwassergehalt (0-1)
Skalenebenen:

Brook90 kann nicht nur für Wassereinzugsgebiete, sondern auch für kleinere Flächen, z.B. auf Bestandesniveau, eingesetzt werden (multiskalig). Die zeitliche Auflösung ist täglich.

Prozessüberblick und Ablaufplan:

Die Abbildung 1 zeigt den Ablaufplan der Prozesse in Brook90. Detaillierte Informationen sind unter http://home.maine.rr.com/stfederer/brook90.htm nachzulesen.

Flussdiagramm Brook90

Abbildung. 1: Flussplandiagramm von Brook90 (verändert nach Federer 1995).

Stochastizität:

Nein

Details

Input:

Tabelle 1: Inputparameter für Brook90

Name Einheit Beschreibung
LAT °N Breitengrad
ESLOPE ° Hangneigung
ASPECT ° Exposition
RSTEMP °C Temperatur zur Differenzierung zwischen Schnee und Regen
MELFAC MJ/m2/d1/K1 Faktor der Schneeschmelze
DURATN h Durchschnittliche Dauer der Niederschlagsereignisse
RELHT f Relative Bestandeshöhe im Jahresverlauf
RELLAI f Relativer Blattflächenindex im Jahresverlauf
IDEPTH mm Tiefenverteilung der Infiltration
INFEXP f Infiltrationsexponent
IMPERV f Undurchlässiger Anteil der Bodenoberfläche für SRFL
BYPAR n Binäre Variable: 1 lässt Bypass-Flow zu; 0 verhindert diesen
QDEPTH mm/d Bodentiefe für die SRFL Berechnung
QFPAR f Anteil des Wassergehaltes zwischen Feldkapazität und Sättigung bei dem der schnelle Abfluss 1 ist
QFFC f Anteil des schnellen Abflusses bei Feldkapazität
LENGTH m Neigungslänge zur Berechnung des hangparallelen Abflusses
DSLOPE rad Hangneigung zur Berechnung des hangparallelen Abflusses
DRAIN f Multiplikator des VFLUX für den Abfluss ins Grundwasser
GSC 1/d Anteil des abfließenden Grundwassers
ALB f Albedo der schneefreien Bodenoberfläche
ALBSN f Albedo der schneebedeckten Bodenoberfläche
KSNVP f Korrekturfaktor zur Reduktion der Schneeevaporation
Z0G m Rauhigkeitslänge der Bodenoberfläche unterhalb des Bestandes
MAXHT m Max. Bestandeshöhe innerhalb des Jahresgangs
MAXLAI m²/m² Max. Blattflächenindex, Obergrenze für phenologische Schwankungen
MXRTLN m/m² Max. Länge der Feinwurzeln pro Flächeneinheit, bei maximaler Bestandesdichte und Bestandeshöhe
MXKPL mm/(d m²) Max. Leitfähigkeit des Wassers in der Pflanze
FXYLEM f Anteil des Pflanzenwiderstandes im Xylem
CS f Verhältnis aus Stammflächenindex und Bestandeshöhe, wenn DENSEF=1
PSICR MPa Kritisches Blattwasserpotential, ab welchem die Stomata sich schließen
GLMAX cm/s Max. Blattleitfähigkeit bei voll geöffneten Stomata
LWIDTH m Mittlere Blattbreite
CR f Extinktionskoeffizient für die Sonneneinstrahlung und Nettostrahlung im Bestand
TL °C Tagemitteltemperatur, unterhalb welcher die Stomata geschlossen sind
T1 °C Untere Grenze der Temperatur, bei welcher keine Reduktion der Blattleitfähigkeit stattfindet
T2 °C Obere Grenze der Temperatur, bei welcher keine Reduktion der Blattleitfähigkeit stattfindet
TH °C Tagemitteltemperatur, oberhalb welcher die Stomata geschlossen sind
THICK mm Schichtdicke einer Bodenschicht
STONEFF f Volumetrischer Skelettgehalt
PSIF kPa Bodenwasserpotential bei Feldkapazität
THETAF f Volumetrischer Wassergehalt bei Feldkapazität
THSAT f Volumetrischer Wassergehalt bei Sättigung
BEXP -- Exponent der Brooks-Corey-Gleichung
KF mm/d Hydraulische Leitfähigkeit  bei Feldkapazität
WETINF f Sättigungsanteil am Wendepunkt der Clapp-Hornberger-Gleichung
PSIG kPa Gravitationspotential in der Mitte einer Bodenschicht, Bodenoberfläche = 0
NLAYER n Anzahl der Bodenschichten
FRINTL f Interzeptierter Anteil des Regenwassers pro Einheit Blattflächenindex
FRINTS f Interzeptierter Anteil des Regenwassers pro Einheit Stammflächenindex
FSINTL f Interzeptierter Anteil des Schnees pro Einheit Blattflächenindex
FSINTS f Interzeptierter Anteil des Schnees pro Einheit Stammflächenindex
CINTRL mm Max. Interzeptionsspeicher pro Einheit des projizierten Blattflächenindex für Regenwasser
CINTRS mm Max. Interzeptionsspeicher pro Einheit des projizierten Stammflächenindex für Regenwasser
CINTSL mm Max. Interzeptionsspeicher pro Einheit des projizierten Blattflächenindex für Schnee
CINTSS mm Max Interzeptionsspeicher pro Einheit des projizierten Stammflächenindex für Schnee
CZS f Verhältnis des Rauhigkeitsparameters zur Bestandeshöhe für Höhen unter HS, wenn der LAI > LPC
CZR f Verhältnis des Rauhigkeitsparameters zur Bestandeshöhe für Höhen über HR, wenn der LAI > LPC
HS m Maximale Höhe, bei welcher CZR greift
HR m Geringste Höhe, bei welcher CZR greift
DENSEF f Multiplikator für die Bestandesdichte
LPC - Projezierter Blattflächenindex bei dem der Bestand als geschlossen angesehen wird 
NN - Extinktionskoeffizient des Windes und der Eddy Diffusivität im Bestand
RHOTP r Verhältnis aus gesamter zu projezierter Blattfläche
R5 W/m² Höhe der Sonneneinstrahlung, ab welcher die Blattleitfähigkeit die Hälfte des Wertes bei RM annimmt
RM W/m² Max. mögliche auf ein Blatt treffende Sonneneinstrahlung
GLMIN cm/s Mittlere Blattleitfähigkeit bei geschlossenen Stomata (nachts)
CVPD kPa Dampfdrucksättigungsdefizit, ab dem die Blattleitfähigkeit halbiert wird
RTRAD mm Mittlerer Durchmesser der wasseraufnehmenden Feinwurzeln
NOOUTF - Binäre Variable: 1 verhindert Wasserfluss von der Pflanze in den trockenen Boden; 0 lässt diesen zu, so dass Wasserbewegung von feuchten Bodenschichten in trockene über Pflanzenwurzeln ermöglicht wird
CCFAC MJ/m²/d/K Grad-Tagesfaktor für die Akkumulation Kälteenergie für einen Tag der Länge 0.5 Tage
LAIMLT - Parameter der Schneeschmelze vom Blattflächenindex
SAIMLT - Parameter der Schneeschmelze vom Stammflächenindex
GRDMLT mm/d Konst. Schmelzrate des Schnees am Boden der Schneedecke durch Wärmeübertragung vom Boden
MAXLQF f Anteil des flüssigen Wassers am Schneewasser (SNOW), ab welchem Wasser abfließt
SNODEN r Verhältnis des Schneewassergehaltes zur Höhe der Schneedecke
Z0S m Rauhigkeitslänge der Schneeoberfläche
FETCH m Windwärtiger FETCH der Wetterstation, an der die Windgeschwindigkeit gemessen wurde
Z0W m Rauhigkeitsparameter der Wetterstation, an der die Windgeschwindigkeit gemessen wurde
ZW m Höhe, in der die Windgeschwindigkeit gemessen wurde
ZMINH m Referenzhöhe für Wetterdaten über der Bestandeshöhe
WNDRAT r Mittleres Verhältnis zw. nächtlicher und täglicher Windgeschwindigkeit
C1 f Konstante der Beziehung zwischen Sonneneinstrahlung und Sonnenscheindauer
C2 f Steigung der Beziehung zwischen Solarstrahlung und Sonnenscheindauer
C3 f Langwelliger Korrekturfaktor für bewölkten Himmel
RSSA s/m Verdunstungswiderstand der Bodenoberfläche bei Feldkapazität
RSSB f Exponent der Beziehung des Verdunstungswiderstands der Bodenoberfläche zum Matrixpotential der obersten Bodenschicht
DTIMAX d Max. zugelassene Länge eines Iterationszeitschritts
DSWMAX % Max. zugelassene Änderung des Sättigungsanteils einer Bodenschicht innerhalb einer Iteration
DPSIMX kPa Max. vertikale Potentialdifferenz
SNOW mm Wasserequivalent des Schnees am Boden
GWAT mm Grundwasserspeicher zu Beginn der Simulation
INTR mm Interzeptionsspeicher (Regen) zu Beginn der Simulation
INTS mm Interzeptionsspeicher (Schnee) zu Beginn der Simulation
PSIM kPa Matrixpotential des Bodenwassers zu Beginn der Simulation

Modell Parameterisierung:

Tabelle 2: Quellen der Inputparameter für das Wasserhaushaltsmodell Brook90.

Parameter Gruppe Name Einheit Wert Quelle
Standort RSTEMP ° -0.5 Brook90 Standardparameter
MELFAC MJ/m2/d/K 1.5 Brook90 Standardparameter
DURATN Stunden 4 Hammel & Kennel (2001)
RELHT f 1 Brook90 Standardparameter für Wald
LATD ° - DSSWuk Benutzer
ESLOPED ° - Digitales Geländemodell (SRTM Daten)
ASPECTD ° - Digitales Geländemodell (SRTM Daten)
RELLAI f - Vegetationsperioden Modul
Infiltration IDEPTH mm 0.0 Parameter für klassischen Matrixfluss im Boden
INFEXP f 0.0 Parameter für klassischen Matrixfluss im Boden
IMPERV f 0.0 Parameter für klassischen Matrixfluss im Boden
BYPAR n 0.0 Parameter für klassischen Matrixfluss im Boden
QDEPTH mm 0.0 Parameter für klassischen Matrixfluss im Boden
QFPAR f 1.0 Parameter für klassischen Matrixfluss im Boden
QFFC f 0.0 Parameter für klassischen Matrixfluss im Boden
Versickerung LENGTH m 100 Standardparameter
DSLOPE ° 0.0 Standardparameter
DRAIN f 1.0 Parameter für freie Versickerung aus der untersten Bodenschicht
GSC f 0.0 Parameter für freie Versickerung aus der untersten Bodenschicht
GSP f 0.0 Parameter für freie Versickerung aus der untersten Bodenschicht
Bestand KSNVP f 0.3 Brook90 Standardparameter
Z0G m 0.02 Brook90 Standardparameter
CS f 0.035 Brook90 Standardparameter
MXKPL mm/d/MPa 8.0 Brook90 Standardparameter
FXYLEM f 0.5 Brook90 Standardparameter
GLMAXC cm/s 0.6 Kelliher et al. 1995; Koerner 1995; Schulze et al. 1994
CR f 0.5 Brook90 Standardparameter
TL ° 0.0 Brook90 Standardparameter
T1 ° 10.0 Brook90 Standardparameter
T2 ° 30.0 Brook90 Standardparameter
TH ° 40.0 Brook90 Standardparameter
SAI m²/m² - Rindflächenindex Modul
ALB - 0.14/0.18 Federer et al. 2003
ALBSN - 0.14/0.23 Federer et al. 2003
MAXHT m - Waldwachstumsimulation
MAXLAI m²/m² - Blattflächenindex Modul
MXRTLN m/m² 3100/3000 Federer et al. 2003
PSICR MPa - Trockenstress Modul siehe auch Czajkowski et al. 2009
LWIDTH m 0.004 Hammel & Kennel 2001
ROOTDEN mm - Wurzelverteilungsmodul
FRINTL - 0.06 Brook90 Standardparameter
FRINTS - 0.06 Brook90 Standardparameter
FSINTL - 0.04 Brook90 Standardparameter
FSINTS - 0.04 Brook90 Standardparameter
CINTRL mm 0.15 Brook90 Standardparameter
CINTRS mm 0.15 Brook90 Standardparameter
CINTSL mm 0.6 Brook90 Standardparameter
CINTSS mm 0.6 Brook90 Standardparameter
"Feste" Parameter CZS f 0.13 Brook90 Standardparameter
Bestand CZR f 0.05 Brook90 Standardparameter
HS m 1 Brook90 Standardparameter
HR m 10 Brook90 Standardparameter
DENSEF f 1 Brook90 Standardparameter
LPC - 4 Brook90 Standardparameter
NN - 2.5 Brook90 Standardparameter
RHOTP r 2 Brook90 Standardparameter
Blätter R5 W/m² 100 Brook90 Standardparameter
RM W/m² 1000 Brook90 Standardparameter
GLMINC cm/s 0.03 Brook90 Standardparameter
CVPD kPa 2 Brook90 Standardparameter
Wurzeln RTRAD mm 0.35 Brook90 Standardparameter
NOOUTF - 1 Brook90 Standardparameter
Schnee CCFAC MJ/m2/d/K 0.3 Brook90 Standardparameter
LAIMLT - 0.2 Brook90 Standardparameter
SAIMLT - 0.5 Brook90 Standardparameter
GRDMLT mm/d 0.35 Brook90 Standardparameter
MAXLQF f 0.05 Brook90 Standardparameter
SNODEN r 0.3 Brook90 Standardparameter
Z0S m 0.001 Brook90 Standardparameter
Klima FETCH m 5000 Brook90 Standardparameter
Z0W m 0.005 Brook90 Standardparameter
ZW m 10 CLM
ZMINH m 2 Brook90 Standardparameter
WNDRAT r 0.3 Brook90 Standardparameter
C1 f 0.25 Brook90 Standardparameter
C2 f 0.5 Brook90 Standardparameter
C3 f 0.2 Brook90 Standardparameter
Evaporation RSSA s/m 500 Brook90 Standardparameter
RSSB f 1 Brook90 Standardparameter
Numerik DTIMAX Tag 0.05 Ermittelt durch Versuche
DSWMAX % 0.5 Ermittelt durch Versuche
DPSIMX kPa 0.01 Ermittelt durch Versuche
Initiale Werte SNOW mm 0
GWAT" mm 0
INTR mm 0
INTS mm 0
PSIMIN kPa -10
Boden NLAYER - - Wald-BÜK Richter et al. 2007
THICK mm - Wald-BÜK Richter et al. 2007
STONEF f - Wald-BÜK Richter et al. 2007
PSIF kPA - Teepe et al. 2003 modifiziert;  vgl. Tabelle 3
THETAF f - Teepe et al. 2003 modifiziert; vgl. Tabelle 3
THSAT f - Teepe et al. 2003 modifiziert; vgl. Tabelle 3
BEXP - - Teepe et al. 2003 modifiziert; vgl. Tabelle 3
KF mm/d - AG Boden 2005
WETINF - - Teepe et al. 2003 modifiziert; vgl. Tabelle 3
Submodelle:

Parametrisierung der hydraulischen Funktionen:

Die hydraulischen Funktionen sind notwendig, um den funktionalen Zusammenhang zwischen Matrixpotential- Bodenwassergehalt ψ(θ) und Leitfähigkeit-Matrixpotential k(ψ) zu beschreiben. Brook90 benutzt hierfür modifizierte Clapp und Hornberger Gleichungen (Clapp & Hornberger 1978), die auf den Parametrisierungen von Brooks & Corey (1966) basieren. In der Modellversion LWF-Brook90 (Hammel & Kennel 2001) kann alternativ zu den Clapp & Hornberger Gleichungen auch auf eine Parametrisierung der hydraulischen Funktionen nach Mualem und van Genuchten (1980) zurückgegriffen werden. Diese Parametrisierung hat den großen Vorteil, dass zur Ableitung der van Genuchten Parameter eine Vielzahl von Pedotransferfunktionen (Teepe et al. 2003, Vereecken et al. 1989, Wösten et al. 1999) zur Verfügung stehen, mit denen aus verfügbaren Bodeneigenschaften, wie Textur und Lagerungsdichte die Parameter der hydraulischen Funktionen abgeschätzt werden können. Nachteilig an dieser Parametrisierung ist jedoch die lange Laufzeit der Modellrechnungen. Daher wird z.B. für meteorologische Fragestellungen häufig das Modell von Clapp & Hornberger (1978) verwendet, da es bei ausreichender Genauigkeit erhebliche numerische Vorteile aufweist (Ross 1992, Shao & Irannejad 1999). Bei der Auswahl der hydraulischen Funktion ist weiterhin zu beachten, dass die größte Unsicherheit in den Modellrechnungen aus der Wahl des Klimamodells und dem ausgewählten Emissionsszenario (Déqué et al. 2007) resultiert. Um zukünftige Veränderungen und Entwicklungen abschätzen und bewerten zu können, ist es besonders wichtig, dass zahlreiche Klimamodelle und Emissionsszenarinen miteinander verglichen werden (Fowler et al. 2007).

Um die Performance-Vorteile der Clapp & Hornberger (1978) Parametrisierung ausnutzen zu können, wurde ein "refit" der Pedotransferfunktionen von Teepe et al. (2003) durchgeführt. Bei den Pedotransferfunktionen von Teepe et al. (2003) wurden auf Grundlage von 1850 an Waldböden ermittelten Wasser-Retentionskurven die van-Genuchten Parameter θs (Wassergehalt bei Sättigung), θr (Restwassergehalt), α und n (emprische van Genuchten-Parameter) aus der Bodenart, der Lagerungsdichte und dem Corg-Gehalt hergeleitet. Der mit Hilfe einer Clusteranalyse auf 10 Texturklassen aufgeteilte Datensatz ist durch jeweils 5 Dichteklassen weiter untergliedert, so dass insgesamt 50 Klassen zur Verfügung stehen. Für jede dieser 50 Klassen wurde an den Verlauf der Matrixpotential-Bodenwassergehalt-Kurven die folgenden modifizierten Clapp & Hornberger Gleichungen angepasst. Die klassische Formulierung der Brooks & Corey (1966) (BC) Gleichung lautet:

Wasserhaushalt Gleichung 1

wobei fs wie folgt definiert ist:

Wasserhaushalt Gleichung 2

Unter der Annahme, dass θr ohne eine signifikante Veränderung der Ergebnisse auf Null gesetzt werden kann (Wösten & van Genuchten 1988) gilt vereinfacht die Formulierung von Campbell (1974):

Wasserhaushalt Gleichung 3

Bei der Gleichung (1) kommt es zur Unstetigkeit der pF-Kurve wenn fs=1. Daher wurde von Clapp & Hornberger (CH) die folgende Gleichung vorgeschlagen:

Wasserhaushalt Gleichung 4

Bei dieser Modifikation sind die Gleichungen auf einen beliebigen ungesättigten Zustand θx = θ(ψx) umformuliert, so dass anstatt fs fi gilt (fi = θ/θx). b ist ein empirischer Parameter, der von der Bodenart und Lagerung des Bodens abhängt. fi ist der sogenannte CH Punkt, der die Nahtstelle zwischen der Parametrisierung nach BC und der parabolischen Näherung im Bereich zwischen fi und Sättigung definiert.

Die Parameter m und n sind definiert als:

Wasserhaushalt Gleichung 5 und 6

Für die Kurvenanpassung wurde fi standardmäßig auf 0.92 gesetzt (Clapp & Hornberger 1978). Für die Berechnung von θx gilt ψx = -33kPa (Nachabe 1998). Bei einigen Kombinationen aus Bodenart und Lagerungsdichte wurde ψx auf -200kPa gesetzt (vgl. Tabelle 3), da sonst keine plausible Kurvenanpassung möglich war.

Tabelle 3: Die Clapp-Hornberger Parameter für die 10 Textur- und 5 Dichteklassen (BD 0-4) nach Teepe et al. (2003).

LD [g cm-3] Texturklasse θS [cm³/cm³] θx [cm³/cm³] Ψx [kPa] b fi
< 1(BD 0) 1 0.698 0.421 -6.3 -5.906 0.92
2 0.688 0.388 -6.3 -4.947 0.92
3 0.683 0.433 -6.3 -1.107 0.92
4 0.706 0.449 -6.3 -4.741 0.92
5 0.665 0.478 -6.3 -5.524 0.92
6 0.766 0.459 -6.3 -5.432 0.92
7 0.656 0.444 -6.3 -6.04 0.92
8 0.68 0.513 -6.3 -9.87 0.92
9 0.708 0.516 -6.3 -6.837 0.92
10 0.722 0.459 -6.3 -6.875 0.92
1.0 – 1.25 (BD 1) 1 0.562 0.278 -6.3 -4.215 0.92
2 0.564 0.301 -6.3 -5.249 0.92
3 0.579 0.368 -6.3 -5.222 0.92
4 0.56 0.354 -6.3 -6.828 0.92
5 0.556 0.398 -6.3 -5.464 0.92
6 0.562 0.437 -6.3 -4.902 0.92
7 0.546 0.394 -6.3 -7.366 0.92
8 0.584 0.462 -6.3 -8.08 0.92
9 0.542 0.442 -6.3 -7.89 0.92
10 0.561 0.429 -6.3 -12.39 0.93
1.25 – 1.45 (BD 2) 1 0.478 0.225 -6.3 -1.9 0.92
2 0.485 0.296 -6.3 -5.267 0.92
3 n.b. n.d. n.b. -6.379 0.92
4 0.491 0.349 -6.3 -8.381 0.92
5 0.482 0.353 -6.3 -6.379 0.92
6 0.479 0.405 -6.3 -5.276 0.92
7 0.476 0.4 -6.3 -8.32 0.92
8 0.486 0.354 -6.3 -11.79 0.93
9 0.457 0.431 -6.3 -6.21 0.92
10 0.492 0.449 -6.3 -12.55 0.94
1.45 – 1.65 (BD 3) 1 0.415 0.21 -6.3 -4.6 0.92
2 0.416 0.275 -6.3 -6.069 0.92
3 0.421 0.319 -6.3 -4.208 0.92
4 0.408 0.317 -6.3 -9.803 0.92
5 0.415 0.35 -6.3 -5.059 0.92
6 0.41 0.376 -6.3 -6.981 0.92
7 0.406 0.385 -6.3 -7.084 0.92
8 0.411 0.366 -6.3 -12.08 0.93
9 0.411 0.368 -6.3 -11.97 0.93
10 0.412 0.386 -6.3 -11.89 0.93
> 1.65 (BD 4) 1 0.362 0.245 -6.3 -4.292 0.92
2 0.349 0.239 -6.3 -7.616 0.92
3 0.313 0.279 -6.3 -8.565 0.92
4 0.33 0.304 -6.3 -14.24 0.94
5 0.363 0.347 -6.3 -6.085 0.92
6 0.363 0.319 -33 -7.422 0.92
7 0.354 0.292 -6.3 -10.28 0.92
8 0.358 0.329 -6.3 -15.37 0.95
9 0.354 0.331 -6.3 -13.33 0.94
10 n.b. n.b. n.b. n.b. 0.94
Humus 1 - 0.848 0.384 -6.3 -5.229 0.92
Torf 2 - 0.863 0.535 -33 -7.75 0.92

1: Humus nach Hammel & Kennel (2001)

2: Torf nach Lee & Pielke (1992) und McCumber & Pielke (1981)

Die Abbildung 1 zeigt, dass der sigmoidale Verlauf der van-Genuchten Funktion gut mit der CH Funktion beschrieben werden kann. Kleinere Abweichungen ergeben sich im Bereich zwischen fi und Sättigung. Diese resultieren aus dem stärker geschwungenen Verlauf der CH Funktion.

Wasserhaushalt Abbildung 2

Abbildung 2: Vergleich der angepassten Clapp-Hornberger Funktionen an die Texturklassen (TK) nach Teepe et al. (2003) beispielhaft für die Lagerungsdichte BD1 (1.0-1.25 g cm-3).

Literatur

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