Effektive Durchwurzelungstiefe
- Überblick
- Name
- Modellentwickler
- Zielsetzung/Zweck
- Modelltyp
- Zustandsvariablen
- Skalenebenen
- Prozessüberblick und Ablaufplan
- Stochastizität
- Details
- Literatur
Überblick
Name des Modells:
N.N.
Modellentwickler:
Raissi et al. 2009 / Czajkowski et al. 2009
Zielsetzung/Zweck:
Abschätzung der effektiven Durchwurzelungstiefe für die Wasserhaushaltsmodellierung und die Abschätzung des Strumwurfrisikos
Modelltyp:
empirisch
Zustandsvariablen:
| Name | Einheit | Beschreibung |
|---|---|---|
| ERD | cm | effektive Durchwurzelungstiefe |
Skalenebenen:
Bestand
Prozessüberblick und Ablaufplan:
Die effektive Durchwurzelungstiefe (ERD) wird als die potentielle Ausschöpftiefe von pflanzenverfügbarem Bodenwasser (nWSK) verstanden, das durch die Pflanzenwurzeln in Trockenjahren dem Boden maximal entzogen werden kann (AG-Boden 1994). Raissi et al. (2001, 2009) haben die 13 wichtigsten Verfahren zur Bestimmung der effektiven Durchwurzelungstiefe zusammengefasst. Auch Müller (2004), basierend auf Raissi et al. (2001, 2009), hat eine Zusammenstellung von effektiven Durchwurzelungstiefen in Forstböden vorgeschlagen. Die Methoden basieren hauptsächlich auf Bodenparametern, Baumart und -alter sowie Grundwasserverhältnissen (Niederschlagsmengen) und können als Grundlage für die Modellierung der Bodenwasserdynamik / des Bodenwasserhaushalts verwendet werden. Diese Verknüpfungsregel ist von Czajkowski et al. (2009) leicht modifiziert worden (vgl. Tabelle 1). Die von Müller (2004) vorgeschlagene ca. 20% flachere Durchwurzelungstiefe der Fichte im Vergleich zu Tiefwurzlern (Kiefer, Douglasie, Eiche, Buche) wurde auf 30% erhöht (vgl. Kreutzer 1961, Lehnardt & Brechtel 1980, Rastin & Ulrich 1990, Osenburg 1998, Heinze et al. 2001, Bolkenius 2001).
Tabelle 1: Effektive Durchwurzelungstiefe von Forststandorten nach Müller (2004, verändert; s. Erklärung im Text)
Stochastizität:
Nein
Details
Input:
| Name | Einheit | Beschreibung |
|---|---|---|
| Baumart | [-] | Schlüssel der niedersächsischen Forsteinrichtung (110 = Eiche; 211 = Buche; 511 = Fichte; 611 = Douglasie; 711 = Kiefer) |
| Alter | [Jahre] | mittleres Bestandesalter |
| Nds | [mm] | Jahresniederschlagssumme |
| Bodenart | [-] | Feinbodenart |
| Bodentyp | [-] | Bodentyp |
| Hsymbol | [-] | Horizontsymbol |
| GW | [cm] u. GOK | Grundwasserstand |
Submodelle:
-
Literatur
AG-Boden (1994): Bodenkundliche Kartieranleitung. Hannover. 392 S.
Bolkenius, D. (2001): Zur Wurzelausbildung von Fichte (Picea abies L. [Karst]) und Weißtanne (Abies alba Mill.) in gleich- und ungleichaltrigen Beständen. Berichte Freiburger Forstliche Forschung, 35. 155 S.
Czajkowski, T., B. Ahrends & A. Bolte (2009): Critical limits of soil water availability (CL-SWA) in forest trees - an approach based on plant water status. vTI agriculture and forest research, 59, (2): 87-93.
Heinze, M., S. Tomczyk & A. Nicke (2001): Vergleich von Rot-Buche (Fagus sylvatica L.) in sogenannten grünen Augen mit benachbarten standortsgleichen Fichtenbeständen (Picea abies [L.] KARST.) des Thüringer Vogtlandes bezüglich Eigenschaften und Durchwurzelung des Bodens sowie Baumwachstum. Forstw. Cbl., 120, 139-153.
Kreutzer, K. (1961): Wurzelbildung junger Waldbäume auf Pseudogleyböden. Forstw. Cbl., 80, 356-392.
Lehnardt, F. & H.-M. Brechtel (1980): Durchwurzelungs- und Schöpftiefen von Waldbeständen verschiedener Baumarten und Altersklassen bei unterschiedlichen Standortverhältnissen. Allg. Forst- und Jagdzeitung, 151, (6/7): 120-127.
Müller, U. (2004): Auswertungsmethoden im Bodenschutz. Dokumentation zur Methodendatenbank des Niedersächsischen Bodeninformationssystems (NIBIS). Arbeitshefte Boden, 2004, (2): 409.
Osenburg, M. (1998): Wurzelbiomasse in zwei beständen unterschiedlicher Baumart in der Montanstufe der Niederen Tauern. Diplomarbeit. Institut für Waldökologie. Universität für Bodenkultur, Wien.
Raissi, F., U. Müller & H. Meesenburg (2001): Ermittlung der effektiven Durchwurzelungstiefe von Forststandorten. GeoFakten, 9, 1-8.
Raissi, F., U. Müller & H. Meesenburg (2009): Ermittlung der effektiven Durchwurzelungstiefe von Forststandorten. GeoFakten, 9, 1-7.
Rastin, N. & B. Ulrich (1990): Durchwurzelungstiefe und Wurzelverteilung der Fichte auf drei unterschiedlichen Standorten. Forst und Holz, 45, (22): 665-668.