Vorgehen
Das Entscheidungsunterstützungssystem "Wald und Klimawandel" (DSS-WuK) kann weitestgehend ohne neue Untersuchungen entwickelt werden, da auf vorhandenes Material und bestehendes Wissen aufgesetzt wird. Hierzu ist es hilfreich, dass mehrere Projektpartner bereits auf einige Untersuchungen zu dem Bereich Wald und Klima(-wandel) zurückgreifen können, die jedoch als Fallstudie durchgeführt wurden oder von der Thematik her eingegrenzt waren. Im Rahmen des beantragten Projektes soll hingegen der Brückenschlag zu einem regionalen Maßstab geschaffen werden, welcher für die Forstbetriebe entscheidend ist. Ziel ist es die Konsequenzen des Klimawandels für die Forstwirtschaft mit ihren ökologischen, ökonomischen und sozioökonomischen Dimensionen zu evaluieren.
Vor dem Hintergrund eines sich wandelnden physikalischen und chemischen Klimas lässt sich die Nachhaltigkeit der Forstwirtschaft nicht mehr dadurch wahren, dass Erfahrungen aus der Vergangenheit unreflektiert in die Zukunft übertragen werden. Es müssen vielmehr die regionalen Auswirkungen der globale Erwärmung auf die Vegetation, die Böden und den Wasserhaushalt als Grundlagen des Waldbaus einschließlich der Wahl der Baumarten sowie der Pflege- und Nutzungskonzepte neu bestimmt werden, um auch die sozioökonomischen Auswirkungen im Rahmen einer Risikominimierung abschätzen zu können. Dies soll im Rahmen des Projektes in enger Abstimmung mit betroffenen und beteiligten Gruppen geschehen. Als Stakeholder sind vorgesehen:
- Niedersächsische Landesforsten AöR
- Landesbetriebe/Landesforstverwaltungen anderer Länder
- Kleinprivatwald/Genossenschaftswald
- Großprivatwald
- Wasserwirtschaft
- Umweltverbände
Als essentielles Kommunikations- und Rückkoppelungsinstrument werden regelmäßige Foren durchgeführt, in denen wissenschaftliche und praktische Grundlagen erörtert, wesentliche Inhalte und Arbeitsschritte geplant und vorliegende Ergebnisse diskutiert werden. Regelmäßige Teilnehmer dieser Foren sind während der gesamten Projektlaufzeit die Projektbearbeiter und die Stakeholder. Hinzu kommen geladene Referenten, die sich in Wissenschaft oder Praxis in besonderem Maße mit Fragen aus dem Themenkreis "Wald und Klima" beschäftigt haben, um ihre Ideen, Konzepte und Erfahrungen zu verschiedenen Teilaspekten mit einbeziehen zu können. Die Foren dienen damit zugleich
- dem Wissenstransfer zwischen Forschung und Praxis
- der Berücksichtigung von Anforderungen der Akteure
- der praxisorientierten Rückkoppelung von den Stakeholdern zur Wissenschaft
Das gesamte Forschungsvorhaben ist in sieben Arbeitspakete unterteilt, die von den Forschergruppen, teilweise gemeinsam mit Stakeholdern, bearbeitet werden.